Thursday 23. February 2012

Inhalt:


Sabrina und ihre E-Mails

In einem Rollenspiel beschäftigen sich die SchülerInnen mit Fragen der Privatsphäre rund um die Verwendung neuer Medien. Ausgangspunkt ist das Gespräch eines Elternpaares mit ihrer jugendlichen Tochter, nachdem die Eltern heimlich die E-Mails ihrer Tochter gelesen haben.

Dauer
1-2 Unterrichtseinheiten
Schulstufe ab der 8. Schulstufe
Methoden Rollenspiel, Diskussion
Materialien / Downloads
Rollenbeschreibungen
Kompetenzen Urteilskompetenz, Handlungskompetenz
Zielsetzungen Auseinandersetzung mit dem Dilemma zwischen Respektierung der Privatsphäre von Jugendlichen und der Abwehr einer möglichen Gefährdung
Quelle / Autorin

polis aktuell 2011/8: Leben und lernen in der digitalen Welt.  Zentrum polis (Hg.), 2011

Dorothea Steurer (nach einer Idee von Gerald Kador Folkvord)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ablauf

  1. Drei Freiwillige sollen eine Gesprächssituation zwischen einer Tochter und ihren Eltern nachspielen. Der Rest der Klasse soll beobachten.
  2. Beschreiben Sie kurz den Rahmen der Szene: Vater und Mutter haben ihre Tochter zu einem Gespräch gebeten. Die DarstellerInnen bekommen ihre Rollenbeschreibungen und verlassen für fünf Minuten das Klassenzimmer, um sich auf ihre Rolle vorzubereiten. Dabei sollen sie keinesfalls miteinander reden, auch die DarstellerInnen der Eltern nicht.
  3. Währenddessen erklären Sie der Klasse an Hand der Rollenbeschreibungen (siehe Downloads), was sich im Leben von Sabrina und ihren Eltern zugetragen hat.
  4. Die drei RolleninhaberInnen werden hereingeholt, nehmen so Platz, dass sie vom Rest der Klasse gut beobachtet werden können, und beginnen das Gespräch. Die ZuschauerInnen sollen währenddessen keinerlei Kommentare von sich geben, sondern nur beobachten.
  5. Beenden Sie die Szene, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich nichts Wesentliches mehr weiterentwickelt. Fragen Sie nun hintereinander Sabrina, die Mutter und den Vater, wie sie das Geschehene erlebt haben. Lassen Sie auch einige der BeobachterInnen zu Wort kommen. Zum Abschluss fordern Sie die SchauspielerInnen auf, ihre Rollen wieder bewusst zu verlassen.
  6. Diskutieren Sie anschließend mit der Klasse folgende Fragen:
    • War es gerechtfertigt, dass die Eltern Sabrinas E-Mails gelesen haben? Wenn nicht, war es zumindest verständlich?
    • Wäre das Verhalten der Eltern anders zu beurteilen, wenn sie dadurch wirklich auf eine
    drohende Gefahr aufmerksam geworden wären?
    • Wie hätte Sabrina eurer Meinung nach auf das Geständnis der Eltern reagieren sollen?
    • Wäre es besser gewesen, wenn die Eltern Sabrina nicht erzählt hätten, was sie getan haben?
    • Wie wird sich das Geschehene eurer Meinung nach auf das zukünftige Verhältnis zwischen Sabrina und ihren Eltern auswirken?
    • Könnt ihr euch Situationen vorstellen, in denen es gerechtfertigt sein kann, in die Geheimnisse einer Person einzudringen, indem man ihre E-Mails oder ihr Tagebuch liest, ihre Briefe öffnet usw.? Macht es einen Unterschied, wie alt die betreffende Person ist?

Weiterführend können Sie mit der Klasse diskutieren, warum der Schutz der Privatsphäre so wichtig ist und dass es sich dabei auch um ein Kinder- bzw. Jugendrecht handelt (siehe Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention). Sie können weiters den Bogen von der Familie zum Staat spannen, z. B. zum Spannungsfeld zwischen dem Recht auf Privatsphäre und dem Schutz der Allgemeinheit vor organisiertem Verbrechen.

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